Der Mann im Mond ist ausgezogen

Vom 15. April 2009 | Veröffentlicht von Emil | Abgelegt unter Kunstdrucke

Der Mann im Mond ist ausgezogen

Der Mann im Mond - einstige Kultfigur für Jung und Alt – hat sich rar gemacht. Zwar waren Fotos von ihm schon immer extrem selten, aber der mystische Flair des Mondes half zumindest dabei, ihn im Gespräch zu halten. Denn seit der Mensch erfolgreich auf dem Mond gelandet ist und sich mit der Eroberung des Planeten Mars direkt die nächste Herausforderung zur Brust nahm, ist längst schon nicht mehr die Rede vom berüchtigten Mann im Mond, sondern von den kleinen grünen Marsmännchen.

Und wenn schon der Mann im Mond nicht mehr im Gespräch bleibt, so sollte es wenigstens der Mond selbst bleiben. Damit das geschieht, veranstaltet das Wallraf-Richartz-Museum in Köln vom 26. März bis zum 16. August die erste eigene Kunstausstellung rund um den Mond. Den Bedarf nach einer Ausstellung rund um den Mond erkannte der Mueumsdirektor Andreas Blühm bei seinen Vorbereitungen zu einer Ausstellung zum Thema “Licht”. Das künstliche Licht der Städte, auch Licht-Smog genannt, verdarb den Astronomen die Sicht auf den Mond, was Andreas Blühm über Umwege auf den Gedanken einer Mond-Ausstellung brachte.

Die Ausstellung mit den 150 Exponaten findet übrigens im Jahr der Astronomie statt – 400 Jahre nachdem Galileo Galilei das erste Mal ein Teleskop auf den Mond richtete und so die kirchliche Theorie der unbefleckten Empfängnis (der Mond galt als Symbol für die unbefleckte Empfängnis, da man annahm, seine Oberfläche sei nicht so zerklüftet, wie die der Erde) ins Wanken brachte.

Menschen richten ihre Stimmung nach ihm, Weltmeere verteilen ihre Masse nach seinem Willen,
die Kirche nutzte ihn für ihre Ideologien und welches Potenzial der Mond noch weiter in sich birgt, wird erst die Zeit zeigen, oder die größere Brieftasche. Denn wenn in ein oder zwei Jahrzehnten über dem nächtlichen Sternenhimmel die überdimensionierte Projektion eines Coca-Cola Logos prangt, sagt nicht, es hätte nicht schon in diesem Blog geschrieben gestanden! Und wenn man heute noch den Fußabdruck von Neil Armstrong auf dem Mond wiederfinden kann, wird man in Zukunft mit Sicherheit auch diesen Eintrag wiederfinden können. Ansonsten einfach mal beim Mann im Mond nachfragen - vielleicht ist der ja dann schon wieder groß im Kommen?



Hinterlassen Sie Ihren Kommentar.

Wenn Sie den Artikel kommentieren möchten, füllen Sie bitte folgendes Formular aus.

You must be logged in to post a comment.